Teststreifen mit System belichten

Testprinta S

In der Dunkelkammer sind Teststreifen unerlässlich. Selbst die ausgereifteste Messtechnik kann einen subjektiven Bildeindruck nicht ersetzen. Es ist über ein Jahrzehnt her, dass die Produktion von Kassetten zum Belichten von Teststreifen diverser Firmen eingestellt wurde. Diese Geräte waren teuer und technisch unzureichend: man bekam schmale Testbelichtungen von unterschiedlichen Bildausschnitten, die die Betrachtung im näheren Kontext nicht gerade erleichterten. Außerdem wurde mit nur einem Testdurchgang gleich ein ganzes Blatt Fotopapier verbraucht.

Das Teststreifen Belichtungssystem der CastleLabs, der Testprinta S, geht einen anderen Weg und stellt mit der Hardware – dem Belichtungsschlitten – gleich auch noch die Software – den Dynamic Exponential Time calculator – zur Verfügung. Während der Belichtungsschlitten ein halbes Blatt Fotopapier nutzt und Testbilder von ein und demselben Bildausschnitt frei gibt, sorgt der DET-Calculator dafür, dass der gewünschte Zuwachs an Schwärzung (Dichte) immer linear zu- oder abnimmt. Das macht das Arbeiten in der Dunkelkammer einfach und effizient: wird einem durch den DET-Calculator nervige Denkarbeit abgenommen, so ermöglicht der Belichtungsschlitten das Herstellen von 5,5cm x 5cm großen Testbildern, die eine Beurteilung sogar im größeren Bildkontext gestattet – bei gleichem Bildausschnitt.

 Anwendung 

  1. Negativ in die Bildbühne/Vergrößerer einlegen
  2. Laborlicht aus, Licht des Vergrößerers an
  3. Vergrößerungsmaßstab und Schärfe einstellen
  4. zu testende Stelle im Negativ suchen…
  5. Rotfilter vor das Vergrößerungsobjektiv
  6. … und demnach den Belichtungsschlitten platzieren
  7. 1/2 Blatt 13x18cm Fotopapier (=6,5x18cm) über das Maul des Belichtungsschlittens einschieben, bündig mit dem Rand – sehr leicht zu erfühlen.
  8. Licht des Vergrößerers aus.
  9. Rotfilter herausdrehen
  10. die Zeitschaltuhr mit der vom DET-Calculator vorgeschlagenen 1. Zeit einstellen und die 1. Belichtung starten, anschließend das Papier bis zum nächsten deutlich fühlbaren
    Vorsprung weiterschieben
  11. die Zeitschaltuhr mit der vom DET-Calculator vorgeschlagenen 2. Zeit einstellen und die 2. Belichtung starten, anschließend das Papier bis zum nächsten deutlich fühlbaren
    Vorsprung weiterschieben
  12. die Zeitschaltuhr mit der vom DET-Calculator vorgeschlagenen 3. Zeit einstellen und die 3. Belichtung starten, anschließend das Papier entwickeln.

Resultat sind die ersten 3 Testbilder vom gleichen Bildausschnitt mit linearem Dichtezuwachs. 

Auswertung und Verfeinerung 

  • ist das 1. Testbild schon zu dunkel, dann tippt man im DET-Calculator auf „too dark“ und bekommt drei neue Zeiten für den nächsten Teststreifen vorgeschlagen. Wiederhole Schritt 7. bis 12.
  • ist das 3. Testbild immer noch zu hell, dann tippt man im DET-Calculator auf „too light“ und bekommt drei neue Zeiten für den nächsten Teststreifen vorgeschlagen.
    Wiederhole Schritt 7. bis 12.
  • ist das 1. Testbild zu dunkel und das 2. zu hell, dann tippt man im DET-Calculator auf „between“ der 1. und 2. Zeit und bekommt drei feiner aufgegliederte Zeiten für
    den nächsten Teststreifen vorgeschlagen. Wiederhole Schritt 7. bis 12.
  • ist das 2. Testbild zu dunkel und das 3. zu hell, dann tippt man im DET-Calculator auf „between“ der 2. und 3. Zeit und bekommt drei feiner aufgegliederte Zeiten für
    den nächsten Teststreifen vorgeschlagen. Wiederhole Schritt 7. bis 12.

 Beispiel

Der erste Teststreifen im Format 6,5 x 18 cm (1. Sheet) bildet die groben Zeitrahmen ab. Je nach Spreizung und Anforderungen kann dieser größer oder kleiner sein. In diesem Fall
ist die Spreizung 1/2 und bildet drei Zeiten im Bereich 11,3 bis 22.6 Sekunden ab. Endweder man hat gleich den gewünschten Treffer oder man verfeinert mit dem 2. Sheet, indem man im DET-Calculator auf „between“
11,3/16,0 oder 16,0/22,6 klickt. Sofort fächern sich die Zeiten auf. Belichtet man nun das 2. Sheet mit den feiner gespreizten Zeiten, dann erhält man zusammen mit dem 1. Sheet fünf unterschiedlich belichtete
Testbilder vom gleichen Ausschnitt mit linearem Dichtezuwachs in Folge:

  • 11,3->12,3->13,5->14,7->16,0 oder
  • 16,0->17,4->19,0->20,7->22,6

(c) Stephan Euler www.castlelabs.de